Wagenburg Wien

Wagenburg Wien  |  Mittlerweile nicht mehr die bisher einzige Wagenburg Österreichs

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Aktion gegen leere Worte- Rathaus Teil 2

Juni 23rd, 2009 · 5 Comments

“Deine Meinung ist uns wichtig”, diese Aufschrift trägt ein Briefkästchen an der Fassade des Wiener Rathauses. Dass Mensch dies dann doch nicht so wörtlich nehmen darf, durften wir heute erneut herausfinden, als wir, der Wagenplatz Wien und die Initiative Hausprojekt, die Gemeinderatssitzung der Stadt Wien besuchten, um auf die jeweilige, teils prekäre Situation aufmerksam zu machen.

Im Laufe der Sitzung wurde mehrfach, von Seiten der GemeinderätInnen, der Wusch nach Partizipation und Mitgestalltung junger Menschen geäußert. Als wir diesem nachkamen(Flublätter und Meinungsäußerungen) mussten wir enttäuscht feststellen, dass diese Schlagwörter nicht mehr als leere Phrasen sind. Wir wurden auf unliebsame Art und Weise des Saales verwiesen, schafften es aberanscheinend doch Gesprächsthema zu werden, da sich im Anschluss Heinz Vettermann undTanja Wehsely, GemeinderätInnen der SPÖ, bereit erklärten mit uns zu sprechen.Allerdings wurde dabei deutlich, dass aufgrund mangelnden internen Informationsaustausches, dieThematik Wagenleben für den Großteil der GemeinderätInnen bereits abgeschlossen war. Fakt ist, wir der Wagenplatz Wien stehen nun seit eineinhalb Jahren in Verhandlungen mitder Stadt und, wie sich heute wieder zeigte, ohne ERKENNBAREN Willen effektive und dauerhafte Lösungen zu finden. An der Tatsache, dass wir in zwei Monaten auf der Straße sitzen bzw. stehen, hat sich  nichts geändert.

Es kann nicht sein, dass legales Leben in Wägen nur auf teurem Baugrund möglich ist. Wägen gelten, laut Auslegung der Baupolizei, nämlich als Bauwerke sofern diese bewohnt werden. Dies ist irrsinnig, sowohl für den Wagenplatz als auch für die Stadt, denn einerseits sind Brachflächen, die kein Baugrund sind, für einen Wagenplatz genauso brauchbar und reichlich vorhanden. Andererseits wird durch diese Interpretation “wertvoller” knapper Baugrund, der für die Stadt anderwertig besser nützbar wäre, belegt.

Daher fordern wir eine andere Auslegung der Bauordnung oder eine eigene Widmung für Wagenleben und eine schnelle Lösung für den bedrohten Wagenplatz. Dafür braucht es den politischen Willen, in Zeiten tief greifender wirtschaftlicher Veränderungen, nach neuen Lösungen zu suchen. Ein nachhaltiger Ansatz dazu ist die Forderung nach einem Gesetz für Leerstandsnutzung, von Brachflächen sowie Gebäuden:

Forderung: Streichung des § 37 SPG “Auflösung von Besetzungen”

Gesetzesentwurf: Leerstandsnutzung

(1) Wenn eine Liegenschaft über ein Jahr weder für Bauarbeiten, gewerbliche Aktivitäten
oder zum Wohnen genutzt wird, ist deren Inanspruchnahme durch Dritte für nicht
kommerzielle Zwecke gestattet. Betriebs- und Instandhaltungskosten sind von den Nutzern
zu entrichten.

(2) Sobald die Möglichkeit der Umsetzung neuer Nutzungspläne der Eigentümerin oder des
Eigentümers nachgewissen werden können, muss die Liegenschaft innerhalb einer Frist von
einem Monat wieder verlassen werden. Der Zustand muss dabei zumindest dem Niveau vor der
Inanspruchnahme entsprechen.

(3) Wenn ein Liegenschaft über drei Jahr weder für Bauarbeiten, gewerbliche Aktivitäten
oder zum Wohnen genutzt wird oder die Zwischennutzung über ein Jahr andauert, verliert
Absatz 2 seine Gültigkeit und die Leerstandsnützerinnen und -nützer erhalten ein
unbefristetes Nutzungsrechmailt für nicht kommerzielle Zwecke.

Freiraum muss her…….legal illegal die Stadt hat die Wahl!!!

Tags: Allgemeines

5 responses so far ↓

  • 1 Magdalena // Jun 24, 2009 at 18:36

    Hey ihr Alle,

    Wir haben uns bei dem Wagenplatz- Dreh für unsere Reportage kennengelernt.
    Es stimmt mich sehr traurig, dass ihr nachwievor keine positiven Reaktionen von der Stadt bekommen habt.
    Wir drücken euch Daumen !!

  • 2 Stefan // Jul 7, 2009 at 19:00

    So, jetzt gibts auch nen kleinen Support von meiner Startseite. Mehr kann ich, glaube ich, im Moment nicht tun.
    Schauts euch einfach an:
    http://www.my-home-is-my-car.de.tl

  • 3 tomasz // Jul 14, 2009 at 09:27

    unglaublich. haltet durch. ihr packt das. setzt ein zeichen! würde gern vorbeikommen aber es fehlen zeit und die blöde kohle…

    drücke euch aus hamburg die daumen!

  • 4 JJ // Jul 20, 2009 at 08:33

    aber sonst ist alles in Ordnung oder?
    Dein Grund ist Mein Grund, oder wie?
    Kaufts euch doch den Grund, machts nen Campingplatz :-)
    Euer Absatz 3 kommt der Enteignung schon seh nahe.

  • 5 Lost Espandrillo // Jul 21, 2009 at 11:32

    Hallo Pioniere,
    hab gestern den Beitrag “Thema” zu Eurem Problem gesehen. Bisher wusste ich von Euch nur aus dem Falter und hab es bis jetzt nicht geschafft, mir das einmal anzusehen.

    Leider ist in dem Beitrag nicht herausgekommen, welche gesetzlichen Probleme es beim Wohnen in einem Wagenpark gibt. Auf Eurer page hab ich auch nichts gefunden. Gibt es eine verständliche Zusammenfassung dazu? Das einzige, was ich verstanden habe ist, dass man auf Grünland nicht (so) wohnen darf. Offenbar gehört das Grundstück nicht Euch und Ihr seid an einer einvernehmichen Lösung mit der Stadt gescheitert. Das Wort eines Politikers/einer -Politikerin muss man offenbar schriftlich festhalten, sonst zählts nix. Super finde ich, dass es Menschen mit alternativen Lebensweisen gibt, das kann uns alle nur befruchten, deshalb unterstütze ich Eure Idee und natürlich noch vielmehr: Eure Taten. Die Lage scheint mir nicht auswegslos. So Typen wie der im Beitrag gezeigte Nachbar sind zwar ein abschreckendes Beispiel, leider aber ein vorhandenes im miefigen Wien. Bewundere Euch, wie ruhig Ihr geblieben seid, bei seinen blöden reaktionären Begründungsversuchen.
    Gesetze in Österreich engen zwar das schöne Leben ziemlich ein, aber es muss doch auch Schlupflöcher geben. Habt Ihr diesbezüglich irgendjemand an der Hand? Ich leider nicht. Leider beweist sich auch immer öfter, dass die Schlupflöcher von Bürgern genutzt werden, die informelle Machtstrukturen eh schon gehörig ausnutzen. Das fehlt euch offenbar. Ich wünsche Euch das Allerbeste und werde Euren Kampf weiter im Auge behalten und Euch hie und da zu unterstützen versuchen, wenn ich mit meinen Arbeiten auf gleich komm´ (jaja…”selbst” und “ständig”…).
    Bleibt dran, die Welt ist gut!

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